Site Loader
Die Maschinen in einer Olivenölraffinerie

Die dritte Etappe unserer Weltreise (Etappe 1: Großbritannien, Etappe 2: Schweden) führte uns auf den Balkan.
Zunächst ging es für fast 8 Wochen in unser kroatisches Feriendomizil, die Villa Quentin. Sie liegt in Medulin nahe Pula auf der Halbinsel Istrien. Dort haben wir dieses Mal zwei lokale Spezialitäten näher unter die Lupe genommen, die Du unbedingt probieren musst, wenn Du Istrien besuchst: Olivenöl und Trüffel.

Von Medulin aus ging es noch für 4 Wochen und 2500 km durch 6 Länder, um den Balkan per Roadtrip zu entdecken. Eine Reise genau nach unserem Geschmack. Mehr dazu in Kürze in einem weiteren Beitrag.

Unsere zweite Heimat

Den langen Aufenthalt in Medulin haben wir sehr genossen. Es ist eben unsere zweite Heimat und nicht nur ein Urlaubsort. Neben den (für uns) üblichen Unternehmungen wie Baden, Sightseeing und der Erledigung kleinerer Arbeiten am Haus, haben wir dieses Mal auch wieder einen Ausflug nach Zagreb gemacht, wo wir seit Jahren nicht mehr gewesen sind. Da wir Galina, unsere Russischlehrerin aus Moskau zu Besuch hatten, bot sich das aber einfach an. Außerdem haben wir mit ihr das Seebad Opatija besucht.
Zum Feinschmeckern ging es zudem zur Internationalen Prosciutto-Messe nach Tinjan sowie in die Hauptstadt des istrianischen Trüffels, nach Livade. Dazu weiter unten mehr.

Mehr zu Pula und Umgebung kannst Du in ein paar Monaten auch in unserem selbstgeschriebenen Reiseführer lesen - work in progress.
So ein traumhaftes Wetter hatten wir am 1. November 2019 in Medulin

Von grünen Oliven…

Istrien hat nicht nur Strände und Geschichte zum anfassen zu bieten (Stichwort: Amphitheater und Römerausgrabungen), sondern ist auch aus kulinarischer Sicht eine Entdeckung wert. Schinken, Käse, Pasta, Meeresfrüchte – ja, das alles sind Spezialitäten in Istrien, die es hier in hervorragender Qualität gibt.
Allerdings kennen wir sie nun schon seit Jahren allzu gut. Daher haben wir uns aufgemacht, Neues zu entdecken, was wir Dir nicht vorenthalten möchten.

Olivenöl vom Nachbarn hatten wir schön öfters mal probiert. Auch im Restaurant schmeckt es zu Weißbrot als Appetizer. Aber nachdem wir das Museum Olei Histriae in Pula besucht hatten und an einer kleinen Vorlesung mit anschließender, umfangreicher Verkostung teilgenommen hatten, waren wir total vernarrt in Olivenöl. Es schmeckt nicht nur hervorragend, sondern es ist auch noch erwiesenermaßen gesund und hilft unter anderem, Herzkrankheiten vorzubeugen. Grund dafür sind die sog. ungesättigten Fettsäuren im Olivenöl.

Annette übernimmt kurzerhand die Durchführung der Verkostung

Glücklicherweise nahm uns unser Freund Germano Fioranti mit in einen seiner Olivenhaine zwischen Vodnjan und Fažana. Dort steht sogar ein über 400 Jahre alter Olivenbaum, von dem wir die Oliven ernteten. Das Ziel, ca. 10 kg Oliven für 1 Liter Öl zu ernten, hatten wir nach rund 90 min erreicht – zu viert!

Daraufhin ging es gleich zu einem der unzähligen lokalen Olivenpresser (siehe auch Titelbild), wo wir unsere Ausbeute abgaben. Ein paar Tage später konnten wir unser Öl mit dem Label „Quentin Fioranti“ abholen. Da wir mit einem Liter nicht ein ganzes Jahr auskommen, mussten wir natürlich noch zukaufen: 1 Liter von Nachbar Elvis, 1 Liter vom Hotel Milan, und einen Sixpack verschiedener Öle und in verschiedenen Größen von Meloto aus Vodnjan. Und nicht zu vergessen eine Flasche des sogar in New York prämierten Öls von Terra Rossa.

Warum so viele verschiedene? Ist doch nur Olivenöl? Nicht ganz! Genau wie bei Wein gibt es gravierende Unterschiede und Geschmäcker, die Öle riechen beispielsweise nach Gras oder grünen Äpfeln – eben eine Wissenschaft für sich.
Zum Abschluss noch ein paar interessante Fakten:

  • Grüne und schwarze Oliven sind keine unterschiedlichen Sorten. Lässt man die grünen Oliven länger hängen, werden sie ganz einfach schwarz.
  • Junges, also noch relativ frisch gepresstes Olivenöl besitzt eine hellgrüne Farbe und schmeckt etwas bitterer. Im laufe der Monate reift das Öl quasi nach, wird gelblich und verändert seinen Geschmack.
  • In Kroatien gibt es 31 einheimische Olivensorten. Auf Istrien sind die bekanntesten Buža, Istarska Bjelica und Žižolera.

Falls Du nun auch Lust auf istrianisches Olivenöl bekommen oder Fragen zu weiteren Spezialitäten aus Istrien hast, hinterlass einen Kommentar! Gerne geben wir Dir ein paar Tipps und Empfehlungen, auf was Du achten solltest. Oder schick uns einfach eine Nachricht über Instagram oder Facebook!

…und schwarzem Trüffel

Der Trüffel, vor allem der schwarze, gehört sicherlich zu den bekanntesten Spezialitäten aus Istrien. Auch ihm sind wir eigentlich schon lange verfallen. Ob in der Soße eines Beefsteaks, in dünnen Scheiben über die Pasta gehobelt oder als Trüffelöl: Trüffel geht einfach immer!

Ein ganzer Haufen schwarzer Trüffel
Schwarzes Gold der anderen Art

Dieses Mal sind wir vorgedrungen in das Herz der istrianischen Trüffelwelt, nach Livade. Dort fanden vom 7. September bis 17. November 2019 die Trüffeltage statt. Grund ist, dass in Livade mit Zigante der größte Trüffellieferant der Region seinen Sitz hat.
Auf dem Fest konnten wir nicht nur unzählige fertige Produkte mit Trüffeln probieren/ kaufen (z.B. Kartoffelchips, Honig, Käse), sondern auch an der Essensausgabe frische Trüffelgerichte kaufen: Pizza mit einem kompletten, gehobelten Trüffel oder Burger mit Unmengen von Trüffeln darauf. Für uns ein Paradies.

Das besondere aber war, dass wir mit auf Trüffeljagd gehen konnten. Mit einem kleinen, von einem Traktor gezogenen Bähnchen fuhren wir in den nahegelegenen Wald, wo ein Trüffeljäger mit seinen Spürhunden eine Einführung in die Trüffelsuche und anschließend eine Demonstration gab. Dazu hatte er zuvor ein paar Trüffel vergraben.
Solche Trüffelhunde werden von klein auf an den Geruch gewöhnt. Dazu werden die Zitzen der Hundemutter mit Trüffel eingerieben, sodass die Welpen den Geruch und Geschmack bereits mit der Muttermilch aufnehmen.

Erklärung der Trüffeljagd
Ein professioneller Trüffeljäger erklärt seine Arbeit mit den Hunden

Aber lass Dir noch eine Warnung mit auf den Weg geben: Wenn Du Trüffelpulver zum Würzen kaufst, pack es nicht in eine Plastiktüte! Pack es in zwei oder drei Plastiktüten oder in matrioschkaähnlich verschachtelte Tupperboxen. Es sei denn, Du stehst auf Trüffel als Raumdeo… 😉

Jochen Koch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Neue Beiträge abonnieren

Wir halten Deine Daten privat und teilen sie nur mit Dritten, die diesen Dienst ermöglichen. Mit dem Klick auf "Jetzt abonnieren" stimmst Du der Verarbeitung Deiner Daten zum Zweck der Benachrichtigung bei neuen Blog-Beiträgen zu. Für mehr Details lies unsere Datenschutzerklärung.

Annettasien - Kinderbekleidung Accessoires Stoffe

Unterstütze unseren Blog mit einer kleinen Spende via PayPal

SmallFeetBigWorld PayPal Profil

TravelMap

Translate this site »