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Weltreise mit Kindern - Charlotte und Jochen blicken in die Ferne

Wir sind nun seit sieben Tagen unterwegs, in manchen Dingen hat sich bereits etwas Routine eingeschlichen, man könnte in unserem Fall quasi von Reisealltag sprechen. Wenn ich dann den Camper so über die Rolling Hills des englischen Südens steuere, Charlotte schläft und Quentin liest, ergibt sich die Gelegenheit, über das ein oder andere nachzudenken. Da wäre z.B. die Frage „Wie war das eigentlich, als wir noch zu zweit gereist sind?“. Oder „Was genau ist eigentlich anders, seitdem Quentin dabei ist und jetzt auch noch Charlotte?“. Und „Wieviel haben Annette und ich selbst von einer Weltreise mit Kindern?“. Bis zum nächsten „Ich muss Pipi“ oder „Bäääh, gebt mir Milch“ habe ich dann noch Zeit diese Fragen mit Annette zu erörtern. Hier ein paar unserer Erkenntnisse.

Der Reiseablauf

Wie ich schon in einem früheren Beitrag kurz erwähnt hatte, lässt sich mit Kindern nicht mehr so genau planen. Denn wenn Charlotte keinen Bock mehr hat, im Maxi Cosi zu sitzen, dann nörgelt sie nicht etwa wie Quentin, was man nämlich bis zu einem gewissen Grad ausblenden kann. Nein, sie brüllt, als würde es um ihr Leben gehen. Das hat dann einen zeitigen Stopp zur Folge, bei dem situationsabhängig getröstet, gestillt, oder Platz gewechselt wird (Quentin nach vorne, Annette nach hinten zu Charlotte).

Weltreise mit Kindern - Quentin als Beifahrer mit Tiptoi-Buch

In der Konsequenz bedeuten diese Stopps bzw. die eingeschränkte Sitzmuskelausdauer der Kleinen, dass man wesentlich kürzere Etappen einplanen muss, als man dies mit zwei Erwachsenen tun würde.

Nachdem wir bislang noch nicht so weit vorangekommen sind wie ursprünglich angenommen, zeichnet sich schon ab, dass wir im Verlauf der Reise entweder auf das ein oder andere verzichten müssen, oder eben aus den grob anvisierten zwei Wochen in Schottland vielleicht doch nur acht bis zehn Tage werden.

In der Zeitrechnung B.C. (Before Children) hätten wir einfach gesagt „Egal, das holen wir wieder rein, indem wir die letzten zwei Tage am Heimweg einfach ohne Pause durchfahren“. Aber das ist aufgrund o.g. Problematik nun einfach nicht mehr möglich.

Naja, und dann ist da noch das morgendliche Prozedere, bis man endlich loskommt. Ich bin ja morgens zugegebenermaßen selbst nicht der Allerschnellste. Aber „Ich will nur noch ein bisschen Fahrradfahren“ und – ja, ihr ahnt es schon – „Bäääh, gebt mir Milch“ hilft nicht gerade, um vor dem spätmöglichsten Check-out um 11:00 den Campingplatz zu verlassen.

Die Reisegruppe

Wenn man sich einen Reisepartner sucht, stimmt man vorher ja i.d.R. seine Ziele und weitere Details rund um die Reise ab. Schließt man sich hingegen einer Reisegruppe an, wird man als 18-jähriger im Gap Year vor dem Studium wohl kaum eine Studiosus-Reise mit Altersdurchschnitt 60+ auswählen.

So, und nun schauen wir uns mal die reisende Familie mit Kindern an – ganz nüchtern und von außen: Mama und Papa sind sich wohl meistens einig (siehe Reisepartner oben). Die Kinder fallen aber in die Kategorie Menschen, die sich einer Reisegruppe anschließen. Nur dass sie es nicht freiwillig tun.

Was sie wollen: Tiere, Strand, interaktives Entertainment.

Was sie bekommen: Lange Autofahrten, Steineanschauen, „exotisches“ Essen

Weltreise mit Kindern - Grimassenschneiden vor Stonehenge

Und das ist nun der Punkt, an dem reisewütige Eltern wie wir gewisse Anpassungen vornehmen müssen. Aber mal ehrlich: ist es so schlimm, wenn man mal nicht jede empfohlene Tour aus dem Reiseführer abläuft? Wenn man manche Orte ganz auslässt? Nicht wirklich, oder?

Also einfach die „So what?“-Mentalität angewöhnen und die gemeinsame Zeit genießen. Im Moment zu leben, ist sowieso dem persönlichen Glück viel zuträglicher, als in der Vergangenheit zu leben oder sich in irgendwelchen Plänen zu verlieren.

Weltreise mit Kindern - Charlotte freut sich mit einem Babylachen

Die Reisekosten

Ich denke, hierzu muss ich nicht allzu viel schreiben: ja, Kinder kosten Geld, auf Reisen noch mehr als zu Hause. Von daher ist es sogar besser, mit den Kindern zu reisen, wenn sie noch ganz klein sind. Auf unserem aktuellen Trip hier in UK sind Kinder unter 5 immer kostenlos, wenn es um Eintrittsgelder geht. Leider ist unser Quentin ja schon 5+.
Und eine Weltreise kostet sowieso immer eine Stange Geld, mit Kindern – abhängig vom Alter – natürlich noch mehr. Das kann man allein mit Spartipps kaum kompensieren.

Allerdings muss man sich auch ab und zu überlegen, ob es wirklich jede Attraktion sein muss, die man vielleicht früher zu zweit besucht hätte. Dann schaut man sich die römischen Bäder von Bath halt nur von außen an und stellt sich vor, wie es innen ausschaut. Nach sieben Jahren Latein in der Schule haben wir dafür ja genug Fantasie. Auch muss es für Kinder nicht immer der größte und beste Freizeitpark sein, wie es einem die Werbung versucht, weiszumachen. Quentin ist z.B. immer mit einem Spielplatz zu begeistern – egal wie groß oder schick der ist.

Man muss als Eltern einfach auch mal mit einem anderen Maß messen können, nicht nur mit dem eigenen.

Weltreise mit Kindern - Quentin gibt High 5

Kinderfreie Zeit

Dieses Kapitel ist ganz einfach zu schreiben: ja, haben wir. Abends ab ca. 22:30. Dann schreiben wir diesen Blog, erledigen irgendwelche anderen dringenden Dinge oder reden unter vier Augen (falls sie uns noch nicht zufallen). Und ja, das ist nicht viel. Aber die Weltreise mit Kindern ist es wert.

Fazit

Das Reisen mit Kindern ist definitiv anders – das gilt für die Weltreise mit Kindern wohl in noch größerem Maße. Aber wer ohne Kinder gerne gereist ist, der kriegt das auf jeden Fall auch mit Kindern hin.
Und allen, die es bisher weniger in die Ferne gezogen hat, kann ich nur raten: Traut euch! Eure Kinder haben am wenigsten Probleme mit neuen Umgebungen, fremden Sprachen und Veränderung. Wir Erwachsenen sind es normalerweise, die mit Veränderungen Probleme haben. Macht man sich das bewusst, ist schon der erste Schritt hin zu einer erfolgreichen Reise mit Kind(ern) getan.

Jochen Koch

One Reply to “Was bei der Weltreise mit Kindern anders läuft”

  1. Als unsere Sonya 5 Jahre alt war , waren wir in Prag und am ersten Tag unserer Reise habe ich sie gefragt: Wohin gehen wir ? Sie antwortete lustig: Auf den Kinderplatz natürlich! Und das war 2000 km von unserem Haus …. :))))))

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